Erfahrungen zu Scham als Ressource im Job – Zusammenfassung meiner Blogparade

Mensch verbirgt Gesicht hinter Händen. Text: Blogparade #Peinlich Zusammenfassung

Scham als Ressource im Berufsalltag – ein nicht alltägliches Blogparaden-Thema. Trotzdem rief ich es aus, auch auf die Gefahr hin, dass es ins Leere laufen könnte.

Wochenlang sah es danach aus. Ich gebe zu, ich machte nicht gross Werbung dafür, zu viel hatte ich um die Ohren. Oh Wunder, das Thema fand genau die Menschen, die damit etwas anfangen konnten.

Ein Beitrag tröpfelte rein, dann folgte eine Teilnehmerin, die gleich zwei Artikel beisteuerte und weitere folgten. Das machte mir Mut! In diesem Artikel gebe ich dir eine Zusammenfassung, wie das Thema angepackt und umgesetzt wurde.

Herzlichen Dank an alle, die mitgemacht haben und auch an alle, die sich beim Lesen eigene Gedanken machten. Ich freue mich, Reflexion angeregt zu haben, auch im Kleinen oder (noch) Verborgenen.

Verlängerung der Blogparade #Peinlich

Letzte Chance zum Mitmachen mit einem Platz in dieser Zusammnfassung: 31. August 2026.

➡️ Zur Anleitung

Inhalt

Blogparade #Peinlich: Darum ging’s (nicht)

Thema Scham als Ressource im Beruf

Wir alle kennen das, kaum jemand spricht darüber. Dies möge sich ändern! Dafür war meine Blogparade #Peinlich eine Einladung.

Mich interessierte das Erleben von peinlichen Momenten im Berufsalltag und wie Menschen damit umgehen. Auch: Haben diese Momente eine Kraft, die zu schöpfen ist? Gibt es in diesen unangenehmen Erfahrungen eine Ressource für das eigene berufliche Handeln?

Mein Blogparaden-Aufruf richtete sich besonders an Menschen, die andere Menschen in Prozessen begleiten, also Berater:innen, Therapeut:innen, Lehrer:innen, Kursleitende oder Coaches.

Ganz wichtig bei meiner Einladung, sich mit Schammomenten und ihrem ressourcigen Potenzial zu beschäftigen: Es ging mir nicht ums Zurschaustellen. Im Gegenteil: Immer in der Sorgfalt zu sich wahrnehmen und entscheiden: Wie viel davon zeige ich? Wem?

Mein Blogparaden-Aufruf hatte auch die Aufgabe, das Bewusstsein für das Thema an sich zu wecken. Ich denke mir, viele Menschen haben den Aufruf gelesen, gehört und sich Gedanken gemacht. Darüber zu bloggen lag nicht drin.

Ich freue mich über jeden Geist, den ich irgendwie erreichen konnte. Bei diesem Thema war es besonders wichtig, den eigenen intimen Raum zu respektieren.

Herzlichen Dank an alle, die mitgedacht, mitgeschrieben oder mitgelesen haben!

Wenn du schamvolle Momente erlebst oder erlebt hast, die dich dauerhaft beschäftigen oder sogar quälen, ziehe in Betracht, dir eine Fachperson an die Seit zu holen. Das könnte im Rahmen von Therapie, Prozessbegleitung oder als Supervision stattfinden. Hier findest du mögliche Kontakte ↗️

Blogparaden-Aufruf auf blogparade.net

Die Blogparade zur Scham als Ressource im Berufsalltag wurde auch auf blogparade.net ↗️ ausgeschrieben und mit einem ausführlichen Text gewürdigt. Da heisst es:

Vielleicht ist Scham aber nicht ausschließlich ein Gefühl, das möglichst schnell überwunden werden muss. Vielleicht zeigt sie uns, was uns wichtig ist. Wer sich schämt, weil er jemanden verletzt hat, besitzt offenbar ein Bewusstsein für die Wirkung des eigenen Handelns. Wer nach einem Fehler an seiner Kompetenz zweifelt, nimmt seine Aufgabe möglicherweise besonders ernst. Wer fürchtet, andere enttäuscht zu haben, dem sind Beziehungen und Verantwortung nicht gleichgültig. Hinter der Scham könnte also etwas liegen, das durchaus wertvoll ist.

Das war der Kern der Frage in dieser Blogparade: Die Scham als Hüterin von Werten, von kostbaren Erfahrungen oder Einsichten. Was für eine Funktion kann sie als Wegweiser haben und genau auf das zeigen, was wichtig ist in dem Moment?

Wann ist Scham eine hilfreiche Orientierung? Wann ist sie toxisch und zerstörerisch? Wie können wir im Umgang miteinander damit zurechtkommen, dass die Scham sowohl individuell als auch kollektiv unser Verhalten steuert? Wie gehen wir (ganz allgemein) als Einzelpersonen und auch in der Gemeinschaft mit (unangenehmen) Gefühlen um?

Was geschieht, wenn wir uns dem entziehen und diese Erfahrungen abspalten? Ganz im Gegensatz zu den Teilnehmerinnen meiner Blogparade, die sich damit auseinandersetzten und peinliche Erfahrungen nicht nur reflektieren, sondern auch teilen.

Beiträge der Teilnehmerinnen zum Thema Scham als Ressource im Job

Dr. Jennifer Dillmann: Da stieg mir die Schamesröte ins Gesicht

Jennifer Dillmann ist Psychotherapeutin und beschreibt eine peinliche Situation aus ihrer Zeit in einer psychosomatischen Klinik: Sie wurde wegen eines Schreibfehlers von ihrem Vorgesetzen gerügt und erlebte dabei starke Scham. Damit verbunden war die Angst, in der Probezeit einen schlechten Eindruck gemacht zu haben. Wie reagierte Jennifer auf die Situation? Sie entschied sie sich für Offenheit und sprach ihre Lese-Rechtschreibschwäche direkt an.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema hat Jennifer vor allem Klarheit und Selbstannahme gebracht. Scham wurde für Jennifer nicht zur Sackgasse, zu einem Rückzug, sondern durch ihr beherztes Einstehen für sich selbst zur Ressource für Entwicklung und Begegnung. Jennifer erreichte das, indem sie offen kommunizierte, Transparenz schaffte und pragmatische Lösungen im direkten Gespräch gefunden wurden.

Zum ganzen Artikel auf Jennifers Psychotherapie-Blog:
Da stieg mir die Schamesröte ins Gesicht ↗️


Christina Reinisch: Wenn mitten im Satz die Worte fehlen / die Scham, nicht belastbar genug zu sein

Beitrag 1: Peinlich: Wenn mir mitten im Satz die Worte fehlen

Neulich passiert Christina in einer YinYoga-Klasse genau das, was sie sonst gut im Griff hat: Mitten im Satz fehlen ihr plötzlich die Worte. Aus einem fliessenden, vertrauten Anleiten wird ein kurzer Moment von Stille, Unsicherheit und Scham, obwohl die Teilnehmerinnen davon nach aussen gar nichts mitbekommen.

Christina schildert diesen Moment in seiner Intensität und Wirkung. Körperliche Reaktionen laufen ab, ein Gedankenkarussell setzt sich bei ihr in Gang. Gleichzeitig bleibt der Raum ruhig, niemand reagiert, und Christina findet über den Atem zurück in die Situation und führt die Stunde weiter.

Durch diese Erfahrung gewinnt sie eine neue Perspektive auf ihren eigenen Anspruch an Souveränität und Leistung. Die Blogparade hilft ihr zu sehen, dass eine solche Pause nicht automatisch Scheitern bedeutet. Im Umgang mit Menschen geht es um Lebendigkeit, Vertrauen, Echtheit.

Zum ganzen Artikel auf Christinas Blog ↗️


Beitrag 2: Die Scham, nicht belastbar genug zu sein

Christina beschreibt in diesem Beitrag die Scham, aus dem «Club der Belastbaren» herausgefallen zu sein. Lange war sie stolz darauf, als zuverlässig, leistungsfähig und durchhaltend zu gelten, und hat Belastbarkeit vor allem mit Disziplin, Organisation und eisernem Willen verbunden. Heute lebt sie anders, weil sie auf ihren Körper hört und ihre Grenzen ernster nimmt, erlebt diesen Weg innerlich aber oft trotzdem als persönlichen Makel.

Besonders deutlich wird der Konflikt zwischen Vernunft und Gefühl: Eine Absage, ein Nein oder ein Rückzug sind für sie oft medizinisch und menschlich sinnvoll, fühlen sich aber dennoch wie Versagen an. Sie beschreibt, wie tief die Leistungsnorm in ihr verankert ist, sodass selbst gesunde Selbstfürsorge nicht automatisch Anerkennung bringt. Im Aussen sieht man die Entlastung, im Innen bleibt häufig das Gefühl, nicht genug zu leisten.

Durch die Auseinandersetzung mit dem Thema gewinnt sie vor allem einen neuen Blick auf das, was wirkliche Leistung sein kann. Statt weiter den alten Orden für Durchhalten zu tragen, plädiert sie dafür, sich einen neuen zu verleihen: für den Mut, den eigenen Körper ernst zu nehmen. Die Blogparade macht damit sichtbar, dass Scham hier nicht nur belastet, sondern auch ein Anstoss sein kann, die eigenen Massstäbe von Stärke und Verantwortung neu zu definieren.

Zum ganzen Artikel auf Christinas Blog ↗️


Rani Gindl: Ist dir denn gar nix peinlich? Meine Gedanken zum Thema Scham

Rani Gindl schreibt sehr persönlich darüber, wie stark Scham früher ihr Gefühl bestimmt hat, «einfach sie selbst» zu sein. Früher war ihr vieles peinlich: ihr Aussehen, Fehler, das Rotwerden, Vergessen, Kritik oder auch das Gefühl, angeschaut zu werden. Im Beitrag macht sie deutlich, dass sie Scham lange mit dem Anspruch verbunden hat, perfekt sein zu müssen.

Heute sieht sie Fehler anders: nicht mehr als Anlass zur Selbstabwertung, sondern als Lernmomente. Als Yogalehrerin verbindet sie das Thema mit der Frage, wie Scham im Unterricht auftaucht, etwa wenn sie etwas nicht weiss oder nicht so reagiert, wie sie es von sich selbst erwartet. Gleichzeitig zeigt sie, dass auch ihre Schüler:innen Scham mit auf die Matte bringen – etwa wegen Körper, Beweglichkeit oder der Angst, nicht «richtig» zu sein.

Durch die Blogparade gewinnt sie vor allem eine klare innere Ausrichtung: Scham wird für sie zum Hinweis auf Werte, Selbstreflexion und Authentizität. Sie beschreibt mit einem Blick auf die eigene Körpergeschichte, dass sie heute nicht mehr perfekt sein will, sondern mehr sie selbst. Genau darin liegt für sie der Gewinn: Scham nicht zu verdrängen, sondern als Ressource für ein bewussteres, werteorientiertes Leben zu nutzen.

Zum ganzen Artikel auf Ranis Blog ↗️


Susanne Wagner: 100 Dinge die mir als Atemtherapeutin, Bloggerin und Dozentin peinlich sind und wie ich sie als Ressource nutze [mein eigener Beitrag]

[Diese Zusammenfassung stammt von perplexity.ai, 13. August 2026]

Susanne Wagner nutzt ihren eigenen Blogparaden-Beitrag, um ganz persönlich auf das Thema Scham zu schauen: mit einer Liste von 100 Dingen, die ihr als Atemtherapeutin, Bloggerin und Dozentin peinlich sind. Der Text zeigt, dass Scham nicht nur unangenehm ist, sondern auch ein feiner Hinweis darauf sein kann, wo Unsicherheit, Anspruch oder Verletzlichkeit berührt werden.

Im Artikel verbindet sie diese persönliche Reflexion mit der Grundidee der Blogparade: Scham nicht zu verstecken, sondern als Ressource im Berufsalltag ernst zu nehmen. Gerade durch die offene Sammlung vieler kleiner und größerer peinlicher Momente wird sichtbar, wie nah Scham an Selbstbeobachtung, Authentizität und professioneller Entwicklung liegt.

Durch die Blogparade gewinnt sie vor allem Sichtbarkeit, Klarheit und einen vertieften Umgang mit dem eigenen Thema. Sie macht Scham als Wegweiser nutzbar: nicht, um sich kleiner zu machen, sondern um bewusster, ehrlicher und verbundener zu arbeiten — mit sich selbst und mit anderen.

➡️ Zum ganzen Artikel auf dem Atemblog

Jetzt bist du dran!

Du findest das Thema auch spannend? Also los und mitbloggen: ➡️ Blogparaden-Aufruf: Peinlich!? Scham als Ressource im Berufsalltag (Platziere den Link zu deinem Beitrag bis 31. August als Kommentar zum Aufruf-Artikel und ich ergänze dich hier in der Zusammenfassung.)

Was ist dir beim Lesen durch den Kopf gegangen? Die Atem-Community ist gespannt darauf, was dich zu Thema Scham beschäftigt und wie du mit peinlichen Momenten im Berufsalltag umgehst.

Kommentiere gerne auch bei den Teilnehmerinnen zu dieser Blogparade direkt unter ihren Beiträgen. Sie freuen sich bestimmt sehr darüber, wenn du mit ihnen teilst, wie ihre Erfahrungen bei dir anklingen.

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