Mikropause des Tages: 1 Minute für dich!

Warum ich meine Meinung über Social-Media geändert habe und lieber in den Himmel schaue als auf einen Bildschirm

Porträt Susanne im Gras sitzend

Social Media und Nervensystem: Früher habe ich die unterschiedlichen Social-Media-Plattformen als inspirierende Möglichkeiten für Kontaktgestaltung und Austausch in themenbasierten Beziehungen erlebt. Facebook, Instagram, Pinterest und auch WhatsApp waren für mich ein Ort der Begegnung, der Vernetzung und der Sichtbarkeitsmöglichkeiten für mich und meine Atemherzensthemen.

Meine Themen sind Pausen im Alltag, vor allem vor dem Bildschirm, die Auswirkungen von Reizüberflutung, innere Unruhe und das Dasein als «Kopfmensch», abgeschnitten von sich selbst als ganzer Mensch. Und natürlich, wie ich als Atemtherapeutin Mittel und Wege kenne und anwende, sich zu verbinden mit dem eigenen Wesen und sich lebendig, wohl und sicher zu fühlen im eigenen Dasein.

Alles, was auf Social-Media-Plattformen geschieht, findet am Bildschirm statt. Bildschirme sind Atemräuber und kappen den Kontakt zum eigenen Sein als ganzer Mensch. Deshalb kann ich keine Plattformen unterstützen, die extra dafür designt sind, ihre Nutzer:innen möglichst lange vor dem Screen zu halten, die zu psychischer Verunsicherung führen und auf Dauer der Gesundheit schaden.

Früher hatte ich selbst Freude daran und mich interessiert ausprobiert auf den unterschiedlichen Plattformen. Heute weiss ich: Social-Media-Plattformen sind Gift für mein Nervensystem. Sie sind Selbstkontakt-Killer, Anti-Körperempfindungsdiktatoren und machen aus Menschen Bildschirmzombies. Darum steige ich aus. Lieber verlasse ich Online-Beziehungsnetze anstatt mich selbst als ganzer Mensch.

Wie ich dazu gekommen bin, meine Meinung über Social Media zu ändern, auf einen Blick:

So habe ich früher über Social Media gedacht

Ab 2016 war Social Media für mich eine Spielwiese, wie ich mehr Sichtbarkeit für meine Atemtherapiepraxis und mehr Bewusstsein für das Thema Atem im Alltag schaffen konnte. Die Plattformen waren kostenfrei, Austausch entstand schnell und die Vernetzung geschah unmittelbar. Ruckzuck konnte ich Inhalte teilen, Rückmeldungen bekommen, mich verbinden.

Dazu prägten mich herumschwirrende Annahmen wie

  • «Heutzutage brauche ich als Selbstständige Social Media!»
  • «Wer im Internet nicht sichtbar ist, hat sowieso keine Chance.»
  • «Wenn alle andern das auch machen, habe ich keine Wahl.»
  • «Es ist ja gratis!»

Es gehörte «im Zeitgeist» einfach dazu, auf Facebook eine kostenfreie Gruppe anzubieten, auf Instagram mein Herzensthema zu verbreiten und auf Pinterest praktische, bildhaft gestaltete Anregungen anzuhäufen. Ich hinterfragte das nicht, sondern probierte aus. Die Möglichkeiten mit Social-Media-Plattformen rumzuspielen waren endlos: Ausprobieren, wie das mit TikTok wäre, was WhatsApp zu bieten hat und das eigene LinkedIn-Profil pflegen und die Community stetig ausbauen … das frass mich und meine Zeit.

Was für ein Marathon auf den verschiedensten Plattformen! Vieles funktionierte, machte mir Spass, brachte mir Leser:innen auf den Blog und Ateminteressierte zu online-Angeboten. Paradox: Ich erfand meinen Mikropausen-Zufallsgenerator, um Kurzpausen vor dem Bildschirm zu ermöglichen, die keine Minute dauern und die Aufmerksamkeit vom Kopf wieder in den Körper bringen:

Wecke jetzt deinen Atemsinn mit einer Zufallsmikropause 🥱

Atemfluss
statt
Atemstau

Begreife summend deine Schlüssel­beine 🤔 findest du eine Möglich­keit dafür?

Mikropause 466’198 von 531’441.

Mikropause des Tages am 26.04.2026

 

Erlebe dich ⏳ in einer Minute zwischendurch

  • als ganzer Mensch
  • im Kontakt zu dir
  • mit allen Sinnen

… damit es dir gut geht vor dem Bildschirm 👣

Mehr Mikropausen

Social Media und Nervensystem: Gratis – um welchen Preis?

Ich lebte über Jahre in einer totalen Dissonanz: Ich klebte am Bildschirm, baute Reichweite auf, knüpfte Kontakte und wurde müder und müder. Erste Social-Media-Pausen fanden statt. Gewisse Kanäle liess ich brach liegen. Mehr Inhalte zu Reizüberflutung, Bildschirm-Apnoe, Körperfehlhaltungen am Bildschirm entstanden. Ich prägte den Begriff «Bildschirmzombie» und entwickelte Anregungen, wie dem zu entgehen sei.

Hilfe, ich bin ein Bildschirmzombie!

Es kam der Tag der Erkenntnis: Ich selbst bin ein Bildschirmzombie! Mein Fokus lag auf dem Aussen: Was kommt an? Was funktioniert? Was wird gesehen? Für die Beziehungen in online-Netzwerken hatte ich mich selbst längst verlassen. Ich hatte den Kontakt verloren zu meinem eigenen Erleben als ganzer Mensch, meinem inneren Rhythmus und zur Selbstfreundschaft mit meinem Nervensystem.

➡️ Was ist ein Bildschirm-Zombie und wie verscheuchst du diesen fiesen Atemräuber?

Zum Thema Bildschirmzombie empfehle ich dir gerne eine Podcastfolge über Bewusstsein, Mensch und Zombietum der drei jungianischen Analytiker:innen [Englisch]:

🎧 This Jungian Life Podcast (2022): Zombies: a call to consciousness. Online verfügbar unter https://thisjungianlife.com/episode-237-zombies/ [Stand 1.11.2025].

Schritte zurück zu mir als ganzer Mensch

Ich erkannte langsam, was die Social-Media-Plattformen mit mir als Mensch machten. Wie ich sie zwar gratis nutzte, doch einen hohen Preis bezahlte für meine Gesundheit und mein Wohlbefinden. Von den weiteren persönlichen «Kosten», die Persönlichkeitsrechte oder Datenschutz betreffen, berichte ich jeweils auch bei meinen «Abschiedsartikeln» zu den einzelnen Plattformen:

Alle Abschieds-Artikel auf einen Blick.

Meine aktualisierte Befreiungsliste:

  1. 🚫 Facebook: 1 Unternehmensseite und 2 Profile gelöscht 🗑✅ und darüber gebloggt: Farewell Facebook: Mein erster Schritt in eine Zukunft ohne Social Media
  2. 🚫 Instagram & Threads sowie Meta Business Manager per 27.1.2025 🗑✅ Instagram Adieu: Mein zweiter Schritt in eine Zukunft ohne Social Media
  3. 🚫 TikTok: Löschung beantragt 🗑✅ 31. Januar 2025 Tschüss TikTok: Mein dritter Schritt in eine Zukunft ohne Social Media
  4. 🚫 WhatsApp Herbst 2025 🗑✅ Endlich weg von WhatsApp – Ja zu meinem gefühlten Status
  5. 🚫 Pinterest Februar 2026 🗑✅ Tschüss Unternehmensseite und privater Account Februar 2026
  6. 🚫 Telegram April 2026 🗑✅ Das war’s mit Telegram
  7. 🚫 LinkedIn (?) 2025: Ich steige aus Social Media aus und bleibe trotzdem bei LinkedIn

GoogleProdukte

  1. 🚫 Google Maps: (?)
  2. 🚫 Google Chrome: (?)
  3. 🚫 Google Play Store: (?)
  4. 🚫 Google Drive: (?)
  5. 🚫 Google Mail: (?)
  6. 🚫 Google Kalender: (?)
  7. 🚫 Google Authenticator: (?)
  8. 🚫 Google Unternehmensprofil: (?)

Microsoft-Produkte

  1. 🚫 Microsoft-Windows: (?)
  2. 🚫 Microsoft-Office: (?)
  3. 🚫 Microsoft-Outlook: (?)
  4. 🚫 Microsoft-OneDrive: (?)

Ich erlebe bei diesen Ausstiegsaktionen immer wieder neues Aufatmen und spüre mehr Kongruenz zu mir als Atemtherapeutin. Das belebt mich und gibt mir Kraft! So habe ich auch mehr Zeit dafür, hier auf dem Atemblog Artikel zu veröffentlichen zu Atem-Themen. So finde ich die Möglichkeit, den Austausch zu fördern zum Erleben mit allen Sinnen und so schaffe ich trotz Bildschirmgebundenheit auch ausgleichende Angebote, die du jederzeit und einfach nutzen kannst, um dich zu regulieren.

➡️ Mehr vom Leben haben: Anleitung zum #8sammeln [Monatliche Mini-Blogparade]
➡️ Warum ist Atembewusstsein so wichtig für Kopfmenschen?
➡️ 5 Gründe, warum ich dir vor dem Bildschirm jetzt eine Zufalls-Mikropause empfehle

Warum ich 2024 begann, mich von Social-Media-Plattformen zu befreien

Social Media und Nervensystem: Die Veränderung begann nicht im Kopf, sondern im Körper und hatte sich schon über Jahre angebahnt. Ich merkte, dass ich nach Zeiten intensiver Online-Aktivität auf Social-Media-Plattformen unruhiger war. In Pausen wollte ich nach dem Smartphone greifen, Nachrichten checken, Scrollen … Abends noch am Handy-Bildschirm zu hängen machte meinen Schlaf flacher.

Dazu empfehle ich dir gerne eine Podcastfolge. Es geht um das Suchtpotenzial von Social-Media-Plattformen, den Umgang mit Informationsflut und ihre Auswirkungen auf das Nervensystem sowie die Folgen von ständiger Ablenkung.

🎧 Ackermann, Theresa: Folge 18. Digitaler Dauerstress – Wie Social Media dein Nervensystem belastet. Ruhepol – Der Podcast für Menschlichkeit im Business. Online verfügbar unter https://ruhepol-podcast.podigee.io/ [Stand 26.04.2026].

Abgeschnitten von der Welt und von mir selbst

Ich litt darunter, ständig abgelenkt zu sein. Die Gedanken sprangen wild umher, wenn das Smartphone sichtbar neben mir war oder nahe bei meinem Arbeitsplatz. Vor allem an den Homeoffice-Tagen musste ich das Smartphone d.h. die rufenden Social-Media-Plattformen kalt stellen, verbannen oder mir Zeitrahmen setzen, damit ich überhaupt konzentriert arbeiten konnte. In der Zeit fiel mir schwer, wirklich bei einer Sache zu bleiben, das zehrte an mir.

Aus fachlicher Perspektive kannte ich die Hintergründe und wusste Erklärungen zu meinen Nervensystem-Zuständen. Als Mensch im persönlichen Erleben, in meinem Sein im Hier und Jetzt war ich überfordert und erschöpft. Ja, unser Nervensystem reagiert auf Reize und Social Media ist ein (strategisch designtes) hoch stimulierendes Umfeld mit Endlos-Scrolling, permanenter Verfügbarkeit, Algorithmen, die darauf ausgelegt sind, Aufmerksamkeit zu binden.

Zurück ins echte Leben – Aufatmen und Ruhe finden

Ich stellte fest, dass ich in einer Bubble festhing. Irgendwie wusste ich, dass mir nur ein kleiner Ausschnitt der Gesamtwelt gezeigt wird und wie die ausgespielten Inhalte und meine Sichtbarkeitsbilanzen mich manipulierten, meine Weltsicht einengten und meinen Selbstwert an virtuelle Anerkennung koppelten.

Ich begann, mich bewusst auszuklinken. An offline-Sonntagen. In den Ferien. Im Juli eine ganze Woche. Die ersten Stunden fühlten sich entzugsartig an. Die Hand wollte ständig nach dem Smartphone greifen. Die Gedanken kreisten darum, was wohl gerade an Reaktionen, Nachrichten oder Posts neu dazugekommen war.

Dann die erleichternde Beruhigung. Das Smartphone in der Schublade generierte keine Gedanken mehr. Mein Empfinden verlagerte sich deutlich ins Hier und Jetzt und in mein selbst erlebten Dasein als ganzer Mensch. Aufatmen geschah. Mein Blick war nicht mehr gefangen an einem Bildschirm. Nun streifte er gelassen zum Horizont und wieder zurück. Auch innen passierte das: Ruhe kehrte ein. Tiefer, köstlicher Schlaf kam nachts.

Ich begann wieder zu leben. ICH. Mit allen Sinnen. Freude stieg auf, dieses Gefühl, was war denn das bloss? «Ich bin so glücklich!» Einfach so, weil das Leben schön ist, das Gras grün und der Himmel blau.

Grossen Dank empfinde ich für Pionierinnen ohne Social Media, allen voran (in meinem Erleben) Alexandra Polunin ↗️, die darüber ein lesenswertes Buch veröffentlicht hat:

📖 Polunin, Alexandra (2024): No Social Media! … und wie dein Marketing trotzdem gelingt. Bonn: Rheinwerk.

Nervensystem-Daueraktivierung ist Programm auf Social-Media-Plattformen

Als ich mir bewusst wurde, was für ein Bildschirmzombie ich selbst war, erkannte ich auch die Daueraktivierung über die Reize. Sowieso hatte ich seit Kindheit den Hang zur Überreizung, es fehlten mir Wahrnehmungsfilter und Möglichkeiten, mit Informationsfluten selbstfreundschaftlich umzugehen. Deshalb sind für mich Social-Media-Plattformen wie ein Gift.

📖 Schmid, Wilhelm (2018): Selbstfreundschaft. Wie das Leben leichter wird. 2. Aufl. Berlin: Insel.

📖 Milzner, Georg (2017): Wir sind überall, nur nicht bei uns. Leben im Zeitalter des Selbstverlusts. Weinheim Basel: Beltz.

Selbstbestimmt mit und ohne Social Media mein Leben gestalten

Ich für mich weiss heute: Das will ich nicht. Das passt nicht zu mir und meiner Arbeit. Allenfalls bleibt mein Social-Media-Ausstieg stecken beim Weggang von LinkedIn. ➡️ Ich steige aus Social Media aus und bleibe trotzdem bei LinkedIn

Ich sehe viele Aspekte an Social-Media-Plattformen, zu denen ich warnen möchte, weil ich selbst erlebt habe, wie ich mein Menschsein verloren habe und zum Bildschirmzombie wurde. Einerseits, weil ich so bin, dass ich damit nicht umgehen konnte. Andererseits bin ich überzeugt, dass es vielen von euch so geht. Wer damit umgehen kann und eine gute Mitte findet, möge in diesen Räumen bleiben und das beste daraus ziehen. Für mich gibt es keinen Mittelweg. Ich bin raus.

Selbstfreundschaft zum eigenen Nervensystem

Ich wähle den Kontakt zu mir. Lieber weniger, dafür nicht-virtuelle Beziehungen und Netzwerke. Allenfalls einen Kompromiss, den ich für mich dosiere. Ich wähle die Selbstfreundschaft zu meinem Nervensystem und erkenne mich an mit meinem Bedürfnis nach Langsamkeit, Ruhe und Blick in den Himmel statt in den Bildschirm.

Mein Nein zu Social-Media-Plattformen ist ein Ja zu mir als ganzer Mensch. Trotzdem (oder gerade deshalb) nutze ich auch den Bildschirm und auch weiterhin den virtuellen Raum für Austausch und Beziehung: Hier auf dem Atemblog!

Social Media und Nervensystem: Jetzt bist du dran!

Wie erlebst du das? Sind Social-Media-Plattformen für dich Fluch oder Segen? Wie hat sich das vielleicht über die letzten Jahre verändert?

Wie regulierst du dich am Bildschirm und hältst den Kontakt zu deinem atmenden Wesen? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar ⤵️ und freue mich, trotz allem, über Bildschirme mit dir verbunden zu sein.

Atemtherapie | Mikropausen | Supervision •

Wecke jetzt deinen Atemsinn mit einer Zufallsmikropause 🥱

Atemfluss
statt
Atemstau

Begreife summend deine Schlüssel­beine 🤔 findest du eine Möglich­keit dafür?

Mikropause 466’198 von 531’441.

Mikropause des Tages am 26.04.2026

 

Erlebe dich ⏳ in einer Minute zwischendurch

  • als ganzer Mensch
  • im Kontakt zu dir
  • mit allen Sinnen

… damit es dir gut geht vor dem Bildschirm 👣

Mehr Mikropausen

Teile mit uns, was dir gerade durch den Kopf geht.

Wenn du bis jetzt noch nicht gegähnt hast, lies hier weiter: