Vor über 10 Jahren zwangen mich Gelenkschmerzen (und schrecklich schlechte Laune) zum Innehalten. Es wurde mir klar, dass ich keine weiteren 25 Jahre im Büro am Schreibtisch vor dem Bildschirm auf die Tastatur hauen konnte, wenn ich gesund bleiben wollte. Mein Traumjob als Übertragungsspezialistin Blindenschrift, so faszinierend er heute noch ist, zeigte seine dunkle Seite: kopflastig, nervtötend und atemstauend.
Nach einer inneren und äusseren Suche baute ich mir ein zweites Standbein als Atemtherapeutin auf. 3 Jahre Ausbildung mit Abschluss Branchenzertifikat OdA Komplementärtherapie, dann Praxisaufbau und supervidierte Berufspraxis bis zum erfolgreichen Absolvieren der Höheren Fachprüfung und dem Erlangen des eidg. Diploms Komplementärtherapie. Parallel dazu sammelte ich Erfahrungen als Erwachsenenbildnerin und erarbeitete mir den Fachausweis Ausbilderin.
Im Jahr 2025 – 10 Jahre nach meinen ersten «Babysteps» im neu gewählten Berufsfeld – gab es 3 zukunftsweisende Projekte. Hier erzähle ich mehr darüber, wie ich bei der Methodenidentifikation Atemtherapie mitwirkte, warum ich Supervisorin werde und wie das alles zusammenkommt in meinem Ja zur Nachfolge als Schulleiterin am Ateminstitut Schweiz in Bern.
Inhalt
1. Neueinreichung der Methodenidentifikation Atemtherapie
Atemtherapie ist in der Schweiz seit 2015 eine anerkannte Methode der Komplementärtherapie. Träger der Methode ist der Atemfachverband Schweiz AFS ↗️ und die Methode ist beschrieben in der sogenannten Methodenidentifikation (METID).
Alle 10 Jahre ist eine Neueinreichung der Methodenidentifikation fällig bei der OdA Komplementärtherapie ↗️, der Organisation, die in der Schweiz für die Qualitätssicherung und Berufsentwicklung von Komplementärtherapie zuständig ist.

Als Trägerschaft der Methode Atemtherapie ist es die Aufgabe des Berufsverbandes, die aktualisierte Fassung in Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Atemrichtungen, den akkreditierten Schulen und weiteren relevanten Bildungsanbietern oder Akteuren fristgemäss zu erstellen und bei der OdA Komplementärtherapie einzureichen.
Bis im März 2025 war ich Vorstandsmitglied im AFS, stellte mich jedoch nach meinem Rücktritt noch zur Verfügung, um bei der Neueinreichung der METID mitzuarbeiten. Im Laufe des Jahres überarbeiteten die Präsidentin des AFS, Barbara Spahni, und ich in Rücksprache mit den akkreditierten Schulen, weiteren relevanten Bildungsanbietern und Akteuren das Dokument.
Planmässig konnten wir die aktualisierte Fassung der METID vor Jahresende bei der OdA KT zur Begutachtung einreichen. Darüber sind wir glücklich und warten gespannt den Bescheid ab. In der Phase der Überarbeitung habe ich viel gelernt und tolles Teamwork mit allen Beteiligten erlebt.
Der erste Absatz der Methodenidentifikation Atemtherapie von 2015 lautet:
Atemtherapie zählt zu den ältesten therapeutischen Verfahren. Durch das Wahrnehmen der
eigenen unbewussten Atemmuster und Entwickeln der Atemkraft können Beschwerden erleichtert oder gelöst, der Gedankenfluss beruhigt und die im Menschen angelegten körperlichen,
seelischen und geistigen Kräfte gestärkt werden. Das begleitende therapeutische Gespräch
unterstützt den Wahrnehmungsprozess und ermöglicht, über die eigenen Erfahrungen und Gefühle Klarheit zu erlangen.
Ich bin ausserordentlich dankbar, bei dieser wichtigen Aufgabe massgeblich beteiligt gewesen zu sein. Das Dokument wurde in gewissen Teilen inhaltlich komplett neu zusammengestellt und ausformuliert. Dabei ist mein Bewusstsein für die Zusammenhänge und Hintergründe von Komplementärtherapie und Atemtherapie gewachsen.
📖 Atemfachverband Schweiz AFS (2015): Methodenidentifikation Atemtherapie. Online verfügbar unter https://www.oda-kt.ch/methoden-kt/methoden [Stand: 01.11.2025].
Derzeit ist noch die Version von 2015 verlinkt. Nachdem die aktualisierte METID genehmigt ist und auf Französisch und Italienisch übersetzt wurde, wird sie in der Vollversion und in einer Kurzfassung auf der Webseite der OdA Komplementärtherapie in der Methodenübersicht aufgeschaltet.
Zum Weiterlesen auf dem Atemblog:
➡️ Was ist Komplementärtherapie? Ganzheitliche Therapie mit 3 stärkenden Zielen
➡️ Was ist Atemtherapie? Erfahre 5 lebensverändernde Fakten!
2. Ich werde prozessorientierte Supervisorin
Nachdem ich im Frühling 2025 den 2-jährigen Basislehrgang in Prozessarbeit (Prozessorientierte Psychologie nach Arnold Mindell) abgeschlossen hatte, war die Frage: Wie weiter? Ich hatte vorher schon länger mit dem anschliessenden Dimplomlehrgang geliebäugelt, allerdings wurde der zum Zeitpunkt meiner Entscheidungsfindung nicht mehr angeboten in Zürich.
Mit dem 3. Ausbildungsjahr ist es möglich, einen Abschluss in psychosozialer Beratung, Supervision und Coaching zu erhalten. Ein Abschluss, der vom bso, dem Berufsverband für Supervision, Coaching und Organisationsentwicklung anerkannt ist und auch von der OdA Komplementärtherapie.
Ich bin eine Beobachterin. Ich bin eine Hinterfragerin. Ein Leben ohne Reflexion ist für mich unvorstellbar. Supervision hatte ich in den letzten Jahren kennengelernt unterwegs zum Fachausweis in Erwachsenenbildung und für die Höhere Fachprüfung bzw. das eidg. Diplom in Komplementärtherapie.
Immer klarer sah ich es vor mir: Ich werde Supervisorin! Das war nicht unbedingt auf meiner Prioritätenliste (an Weiterbildungen) gewesen, hätte man mich vor ein paar Jahren gefragt. Nun legte sich dieser Weg so vor meine Füsse und es ist die stimmigste Sache, die ich 2025 erlebt habe.
Wir starteten im September 2025 am Institut für Prozessarbeit ↗️ in Zürich und sind nun mittendrin. Die Ausbildung ist sehr praktisch und praxisbezogen. Sie fordert mich enorm. «Wer andere begleiten will, muss selbst kompetent sein.» (Ruth Meyer) ging mir immer wieder durch den Kopf in den letzten Jahren.
Dieser Spruch macht mir sowieso oft Druck und es wäre einfacher gewesen, nicht ins 3. Jahr einzusteigen. Trotzdem habe ich es getan und freue mich über die gewonnenen Erfahrungen, manches lerne ich «auf die harte Tour», aber das ist ok. 😉
Und so übe ich mich weiter in Geduld und Demut im Lernen, wie ich Menschen in ihren Prozessen begleite, mit ihnen prozessorientiert arbeite, um zu neuen Erkenntnissen bezüglich beruflicher Kompetenz und eigener Stärken zu gelangen.

3. Ateminstitut Schweiz: Ich habe Ja gesagt
Die Supervisionsausbildung ist ein weiteres Puzzlestück für meine Zukunft als Nachfolge in der Schulleitung am Ateminstitut Schweiz ↗️ in Bern. Im März 2025 formte sich in mir ein Ja, nachdem die Zeit erst jahrelang hinter meinem Nein reifen musste.
➡️ Ich habe JA gesagt – und folge dem roten Faden meines Lebens zu meiner Vision
Bin ich jetzt bereit? Nein. Trotzdem nehme ich diese Aufgabe an und bedanke mich bei allen, die das in mir sehen, sich über mein Ja freuen und zuversichtlich mit mir in die Zukunft blicken. Alle, die sagen: «Es ist gut, dass es weitergeht!». Ja, es wird! Es muss etwas werden!
Mit kleinen Schritten trete ich in den nächsten Jahren in grosse Fussstapfen und freue mich, wenn du auch dabei bist, um mitzuerleben, wie die Ausbildung in Atemtherapie nach Middendorf in die Zukunft wächst:
2025 verbrachte ich auch als Dozentin einige Tage am Ateminstitut Schweiz und wirkte bei diversen Aufgaben mit. Es ist nicht immer leicht. Es schlaucht mich oft sehr. Und doch ist es einfach magisch, einfach genau das, was ich tun «muss» auf dieser Welt. Das Leben bekommt plötzlich einen klaren Sinn, eine deutliche Ausrichtung. Alles, was es braucht, ist plötzlich einfach da.
Es macht mich enorm demütig, in Zukunft so eine grosse Aufgabe zu übernehmen. Zum Glück ist da eine stille Freude, meine Begeisterung für unsere Arbeit mit Komplementärtherapie, für die Atemtherapie nach Middendorf. Das treibt mich an und deshalb sind diese 3 Projekte aus 2025 zukunftsweisend und gehören wie Puzzleteile zusammen ins Jahr 2025, in dem sich mein Weg klar vor mir öffnete.
Deshalb hab ich in meinem Jahresrückblick 2025 geschrieben, dass ich noch von meinem Totenbett (in hoffentlich ferner Zukunft!) staunend auf das Jahr 2025 zurückblicken werde. Ein wegweisendes, monumentales Jahr, das bei mir alles verändert hat, was kommen wird und was kommen muss.
➡️ Jahresrückblick 2025: Bestes Blogjahr ever, viele Neins und ein langatmiges Ja
Jetzt bist du dran!
Was ist bei dir im Jahr 2025 zukunftsweisendes gelaufen? Wie wirkt es sich auf deinen weiteren Lebensweg aus? Lass mir gerne unten ⤵️ einen Kommentar da und erzähle etwas davon, was dich aus dem vergangenen Jahr ins neu angebrochene begleitet.
Ich bin gespannt darauf, welche Themen bei dir 2025 Wirkung entfaltet haben. Welche Puzzleteile deines Lebens haben sich gerade neu eingeordnet und was für ein Bild gibt dir das von deiner Zukunft?









