Peinliche Momente verunsichern. Scham macht klein. Im Berufsalltag ist das nicht willkommen, deshalb dränge auch ich das Erleben an den Rand meines Bewusstseins. Hier ist meine Liste mit 100 Situationen, in denen mich Scham piekst, flutet, aufwühlt, hinabzieht, erschüttert, vernichten will.
Wie merke ich überhaupt, dass mir etwas peinlich ist? Wie zeigt sich das Schamgefühl? Beim Aufschreiben wurde ich immer kleiner, bis hier am Schreibtisch vor dem Bildschirm so richtig zusammengesunken war. Ich wartete nur noch auf das Loch, das sich endlich auftun soll, damit ich endgültig darin versinken kann. So war das. So erlebe ich Peinlichkeit, Schämen, Scham, die auf die Dauer nicht «gesund» ist.
Also entschied ich mich dafür, dem Scham-Moment eine Wandlung hinzuzufügen. Das, was nach dem Schmetterling 🦋 steht, fügte ich in einem zweiten Durchgang hinzu. Was mir dabei geholfen hat ist: Einen Schritt zurückgetreten zu sein, wohlwollend und liebevoll mit Humor auf mich zu schauen. Bei der Ergänzung liegt für mich ein Prozess dazwischen, du liest das nun in einem Wimpernschlag.
Es geht nicht darum, von jetzt auf gleich etwas zu verändern. Viel wichtiger finde ich, der Körperempfindung Raum zu geben: Wo im Körper gibt es jetzt eine deutliche Empfindung? Vielleicht meldet sich der Kloss im Hals, ein Druck auf der Brust, eine Schwere … da gibt es keine richtige Antwort, sondern das, was du erlebst.
Und: Dem Schamgefühl hat es gar nicht gefallen, so ernst genommen und geteilt zu werden. Jetzt fühle ich mich Scham-geläutert, stolz darüber, meine Verletzlichkeit gezeigt zu haben und dir darin vielleicht zu begegnen.
- Keiner macht bei meiner Blogparade mit. 🦋 Vielleicht du? ➡️ Blogparaden-Aufruf: Peinlich!? Scham als Ressource im Berufsalltag
- Ich schäme mich über mein eigenes peinliches Thema. 🦋 Ich bin stolz auf mich, dass ich mich mit meiner Verletzlichkeit auseinandersetze.
- Jetzt wissen alle, dass ich Schamgefühle habe. 🦋 Ich bin mir bewusst, dass ich damit nicht allein bin.
- Mein Blogparaden-Aufruf ist zu unattraktiv. Einfach peinlich! 🦋 Ich kann mein Thema jederzeit umformulieren.
- Niemand liest diese Liste. 🦋 Der Teil in mir, der sich das wünscht, ist früher beschämt worden.
- Jemand liest diese Liste. 🦋 Der Teil in mir, der das fürchtet, ist früher ausgestellt worden.
- Jemand, den ich kenne, liest diese Liste. 🦋 Der Teil in mir, der dabei zittert, ist unsicher über Beziehungen.
- Mein Chef liest diese Liste. 🦋 Das Interesse würde mich insgeheim freuen.
- Diese Liste ist lachhaft. 🦋 Bagatellisieren ist eine normale Reaktion auf das Schamgefühl.
- Ich bin zu empfindlich. 🦋 Ich darf sein, wie ich bin.
- Jemand belächelt die Erfahrungen, die mir peinlich sind. 🦋 Wie ich die Welt erlebe gehört zu mir und ist zusammen mit meiner Würde unantastbar.
- Ich mache einen Fehler. 🦋 Irren ist menschlich.
- Ich mache einen Fehler und sage es nicht. 🦋 Irren, und es verstecken wollen, ist schmerzhaft.
- Jemand merkt, dass ich einen Fehler gemacht habe und nichts gesagt habe. 🦋 Werde ich verurteilt? Ich bin in Sicherheit.
- Mein Blog-Layout ist kaputt. 🦋 Die Ferien sind zwar schon wieder vorbei, trotzdem wirst du diese Liste lesen.
- Ich flicke mein Blog-Layout, nun ist es andernorts kaputt. 🦋 Wie im Garten, nie fertig. Darum liebe ich es.
- Schon wieder habe ich meinen Startseitensatz geändert. 🦋 Mit gutem Grund!
- Obwohl ich weiss, dass Kontinuität wichtig ist, habe ich schon wieder Farben geändert. 🦋 Ich darf das. 😉
- Mein derzeitiges Logo ist etwa die 5. Variante in 8 Jahren. 🦋 Das zeigt meine Entwicklung.
- Mein Firmenname ist etwa die 3. Variante in 8 Jahren. 🦋 Egal, ich bin eine Einzelfirma.
- Meinen Newsletter gibt es nicht mehr. 🦋 Das ist schade, könnte ich ja wieder starten.
- Meine Willkommensserie ist veraltet. 🦋 Die Essenz ist wahr und eine Überarbeitung packe ich an.
- Das Atemblog-Abo mit RSS-Feed zickt oft. 🦋 Ich übe mich in Gelassenheit über die Technik.
- Ich will WordPress-Minimalistin sein, habe zurzeit aber über 20 Plugins. 🦋 Mit dem nächsten Sommercheck ist eine Aufräumaktion angesagt.
- So vieles, was ich ändern möchte, mir fehlt Zeit und Kraft dafür. 🦋 Eins nach dem andern!
- Ich schäme mich dafür, dass ich Hilfe brauche. 🦋 Es ist ok, nicht alles alleine zu machen.
- Ich hole mir Hilfe und es ist mir peinlich. 🦋 Scham ist oft eine normale Begleiterscheinung, wenn ich eine Grenze überschreite.
- Ich verdränge, was ich alles nicht allein geschafft habe. 🦋 Ja, ich möchte mich auf eine bestimmte Art und Weise sehen, ein paar Korrekturen können nicht schaden für das Selbstbild.
- Ich trete jemandem auf den Fuss. 🦋 Das ist mir echt immer wieder abgrundtief peinlich. Entschuldigen hilft. Nicht immer.
- Ich kann eine Frage nicht beantworten. 🦋 Damit muss ich leben. 😉
- Ich bin Gesundheitsfachperson und lebe nicht 100%ig gesund. 🦋 try 80%
- Ich schwitze bei der Arbeit. 🦋 wir haben gerade Hitzewelle!
- Meine Hände sind kalt beim Behandeln. 🦋 Die werden sofort warm.
- Meine Hände sind heiss beim Behandeln. 🦋 Das reguliert sich.
- Ich habe immer noch kein Verlängerungsteil für die Behandlungsliege. 🦋 Na, dann besorg das!
- Ich habe immer noch keinen Notfallplan für meine Praxis. 🦋 Machen statt jammern!
- Ich habe immer wieder Tage, an denen ich mich frage, ob ich Therapeutin sein will. 🦋 Seit 10 Jahren gibt es die wiederkehrende Frage, und ich bin immer noch dran – ist doch eine zuversichtliche Antwort.
- Mein Körper verrät meine Unsicherheit. 🦋 Elende Klatschbase! (und mein wichtigstes Arbeitstool mit Menschen)
- Ich bin gestresst und höre gar nicht richtig zu. 🦋 Das ist der Tunnelblick. Ausatmen!
- Ich denke daran, was ich alles noch erledigen sollte. 🦋 Pause machen!
- Ich weiss gerade nicht, was als Nächstes kommt. 🦋 Das wird sich zeigen.
- Ich habe eine wichtige Information verpasst. 🦋 Wichtige Informationen kommen wieder.
- Ich merke erst später, dass ich eine wichtige Information verpasst habe. 🦋 Eben.
- Mein neuer Klient kommt nach der ersten Stunde nicht mehr und ich frage mich, was ich falsch gemacht habe. 🦋 Next!
- Mein Klient kommt nach der ersten Stunde wieder und zweifelt trotzdem. 🦋 Damit lässt sich arbeiten.
- Mein Klient gibt mir eine gute Referenz. 🦋 Freude lernen.
- Mein Klient gibt mir keine Referenz. 🦋 Next!
- Ich sage, dass ich ursprünglich Sprachen studiert habe. 🦋 Ja, habe ich!
- Ich sage nicht, dass ich ursprünglich Sprachen studiert habe. 🦋 Habe ich trotzdem studiert.
- Ich bin geistig abwesend, weil ich mir überlege, was ich mitteilen soll über meine unterschiedlichen Tätigkeiten. 🦋 Nach der 100. Vorstellungsrunde wird es sicher einfacher …
Wecke jetzt deinen Atemsinn mit einer Zufallsmikropause 🥱
Atemfluss
statt
Atemstau
Berühre lächelnd deine Schienbeine 👀 und blinzle dazu.
Mikropause 163’026 von 531’441.
Mikropause des Tages am 22.06.2026
Erlebe dich ⏳ in einer Minute zwischendurch
- als ganzer Mensch
- im Kontakt zu dir
- mit allen Sinnen
… damit es dir gut geht vor dem Bildschirm 👣
- Ich baue seit über 7 Jahren meine Praxis auf und bin gefühlt noch nirgends. 🦋 Meinem Gefühl kann ich nicht immer trauen. Gemeinsam reflektieren hilft: Supervision!
- Meine Klientin bezahlt ihre Rechnung nicht. 🦋 Nimms nicht persönlich!
- Ich warte mit der Mahnung. 🦋 Etwas in mir hofft, dass sich alles von selbst richtet.
- Ich schicke die Mahnung. 🦋 Dann muss ich doch und tue es.
- Meine Klientin bezahlt ihre Rechnung trotzdem nicht. 🦋 Die Gedanken beginnen zu kreisen … ich entscheide, wie ich weiterfahre.
- Ich bin nicht gut vorbereitet zum Unterrichten. 🦋 Ich bin nie gut genug vorbereitet und trotzdem wird es reichen.
- Ich bin nicht gründlich in der Nachbereitung. 🦋 Das ist ok mit dem Blick aufs Wesentliche.
- Bald fliege ich auf. 🦋 Der alte Imposter kommt auch wiedermal vorbei. Eine Runde Dämonenteetrinken?
- Peinlich, zuerst ja zu sagen und dann einen Rückzieher zu machen. 🦋 Ja, das wird noch eine Weile wirken.
- Ich habe über 450 Artikel auf dem Atemblog und schaffe es nicht, sie aktuell zu halten. 🦋 Step by step dranbleiben.
- Viele Artikel sind zu lang und zu ausschweifend. 🦋 Die entscheidenden werde ich überarbeiten.
- Viele Artikel sind extrem kurz. 🦋 Das ist ok. Mikropausen-Anregungen dürfen kurz sein. 😉
- In vielen Artikeln gibt es Informationen, CTAs oder Hinweise, die nicht mehr aktuell sind. 🦋 Ich aktualisiere, was mir über den Weg läuft und pfeife auf dem Rest.
- Ich bin bei Social Media ausgestiegen und trotzdem noch bei LinkedIn. 🦋 Wer weiss, wie lange noch.
- Auf LinkedIn habe ich fast 1000 Kontakte und folge niemandem. 🦋 Eben.
- Ich habe eine Serie gestartet und nur den 1. Artikel dazu geschrieben. 🦋 Aller Anfang ist der Anfang.
- Ich fange ständig neue Sachen an. 🦋 Die dann plötzlich etwas miteinander zu tun haben.
- Etwas fertig zu machen, ist eine Gratwanderung, weil ich nie zufrieden bin. 🦋 Und trotzdem habe ich so einiges geschafft setze auf «fertig machen» statt «mich fertig machen».
- Ich steigere mich in ein Drama hinein. 🦋 Jaaa, ganz für mich allein!
- Die Welt sieht mich nicht. 🦋 Da bin ich doch oft froh drüber!
- Alle Blicke sind auf mich gerichtet. 🦋 Damit kann ich immer besser umgehen.
- Jemand kommentiert diesen Artikel. 🦋 Ich freue mich darauf, egal was kommt. Spam wird sowieso rausgefiltert.
- Niemand kommentiert diesen Artikel. 🦋 Egal, hier kann ich es voll aufs Thema schieben. 😉
- Ich wollte andere Artikel kommentieren und schiebe es immer wieder auf. 🦋 Ich mache dann wieder mal was, weil ich es möchte, nicht weil ich muss.
- Mein Praxisraum ist nicht perfekt eingerichtet. 🦋 Woher jetzt dieses «perfekt» kommt?
- Mein Buchungstool funktioniert nicht perfekt. 🦋 Ja, die Technik … 🤷🏼
- Ich mache phasenweise im Alltag weder Mikropausen noch Atemübungen. 🦋 Wenigstens merke ich das und ich habe einen klareren Erlebniskontrast, wenn ich dann wieder darauf zurückgreife.
- Ich bin überhaupt nicht im Kontakt zu mir selbst. 🦋 Wie auch? Merken und Kontakt aufnehmen genügt.
- Ich bin ein Bildschirmzombie. 🦋 Ja, deshalb bin ich auch Expertin auf dem Gebiet. 🧟
- Ich erhalte ein Kompliment. 🦋 Damit kann ich schon viel entspannter umgehen als früher.
- Ich erhalte kein Kompliment. 🦋 Das ist eine neue Entwicklung, mir mehr Komplimente zu wünschen. 🫣
- Ich erhalte ein Komplement, das nicht zu meinem Wunsch-Selbstbild passt. 🦋 Reflexion über Selbst- und Fremdwahrnehmung ist angezeigt.
- Ich stelle eine Frage und werde nicht gehört. 🦋 Also nochmals!
- Keine Antwort ist auch eine Antwort. 🦋 Und nochmals!
- Ich bin überfordert mit zu vielen Aufgaben. 🦋 Wer verlangt das alles von mir? Ja genau, … ich selbst. Start there.
- Ich bin erschöpft aus der Überforderung. 🦋 Ich nehme mich an der eigenen Nase und mache eine Pause.
- Ich kann nicht schlafen. 🦋 Ich habe ein grosses Repertoire an Übungen.
- Ich falle in alte Kompensationsstrategien. 🦋 Lebensthemen sind Lebensaufgaben. Geduld mit mir!
- Ich kann über meine Probleme nicht reden. 🦋 Wenigstens kann ich schon sagen, dass ich ein Problem habe, worüber ich nicht reden kann. 😉
- Weil ich mich schäme. 🦋 Zeit für «Schamforschung». Spüren, Lesen, Reflektieren. Was sind die Polaritäten der Scham?
- Das ist mir peinlich. 🦋 Versuchsweise Experimente mit Schamlosigkeit und Lust an der Peinlichkeit?
- Das Loch tut sich auf. 🦋 Ja, hallo Loch!
- Hoffentlich sieht niemand, wie ich darin versinke. 🦋 Vielleicht doch? So eine helfende Hand wäre zur Abwechslung nicht schlecht.
- Ich fühle mich so allein. 🦋 Abgeschnitten … wie verbinde ich mich wieder mit dem Lebendigen? Weiteratmen.
- Ich bin sicher die einzige, der es so geht. 🦋 Ja, weil wir nicht darüber reden. Das Erleben nicht austauschen. Uns verschlingen lassen von der Scham.
- Scham erstickt mich. 🦋 Der Kloss im Hals …
- Ich kann nicht atmen. 🦋 Das ist ja kein Leben! Atemfluss statt Atemstau: Top Ten der Atemräuber am Schreibtisch inkl. Selbstcheck und Sofort-Tipps für deinen Atemflow
- Ich müsste das können. 🦋 Wer sagt das?
- Hoffentlich merkt niemand meine Atemlosigkeit. 🦋 Jetzt habe ich den Scheinwerfer drauf gerichtet: Ironie der beruflichen (In-)Kompetenz?
- Zu peinlich … 🦋 Rückzug in die «Bibliothek der Gefühle», um mich zu regulieren.
Zum Weiterlesen
📖 Baer Udo / Frick-Baer Gabriele (2008): Vom Schämen und Beschämt werden. Bibliothek der Gefühle. Band 4. Weinheim und Basel: Beltz.
Die Scham gehört nicht zu den TopTen der Gefühle. … Ein Gefühl, ähnlich geliebt wie Zahnweh. … Vor allem, wenn Menschen darangehen, zwischen der natürlichen Scham und der Beschämung zu differenzieren, dann kann Scham wieder ihre Funktion als Wächterin des intimen Raums erfüllen.
Baer / Frick-Baer, 2008, S. 135
Es gibt unterschiedliche Arten von Scham, z.B.
- natürliche Scham
- existenzielle Scham
- überflutende Scham
- Beschämen, Mitschämen
- Scham als Vorhall und Nachhall
- Schamlosigkeit/Peinlichkeits-Lust
- Scham bei Scheitern und Erfolg
- Pubertätsscham, Körperscham
- Scham der Armut
Jetzt bist du dran!
Wo bist du hängengeblieben, weil du das selbst kennst? Wie geht es dir am Ende der Liste mit deinen eigenen Erfahrungen und auch im zwischenmenschlichen Resonanzraum des Mitteilens? Welches Gefühl ist bei dir jetzt gerade deutlich? Berichte unten im Kommentar ⤵️ darüber, ich freue mich auf deine einzigartige Wahrnehmung zu meinem Blogparaden-Thema.
Nimm an der Blogparade teil. Zur Anleitung ➡️ Blogparaden-Aufruf: Peinlich!? Scham als Ressource im Berufsalltag







