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Pause gibt’s erst, wenn alles erledigt ist! Das glaubte ich früher. Heute nutze ich Mikropausen vor dem Bildschirm

Pause Bildschirm: Mach das zuerst fertig! Selfie Susanne gestresst

Früher dachte ich: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen! Pause gibt’s dann, wenn alles getan ist. Besonders vor dem Bildschirm wirkte sich das toxisch aus. Im Arbeitsflow kam mir das Bewusstsein abhanden, wie ich atmete und wie ich da sass. Geht dir das manchmal auch so? Die Antwort des Körpers kam bei mir postwendend mit Beschwerden wie Gelenkschmerzen, Nackenstarre und innerer Unruhe. Zuerst konnte ich die Botschaften nicht zuordnen, später verstand ich: Ich habe es in der Hand, auch vor dem Bildschirm, für mich und meine gesunde Arbeitsfähigkeit und gefühlte Lebensqualität im Alltag zu sorgen.

Erledigen ist immer noch mein Zauberwort für den inneren Frieden und mein simples Glück: Sobald die Arbeit getan ist, darf ich mich dem Faulenzen widmen und in den Tag hineinleben. Du ahnst es schon: Es gibt immer etwas zu erledigen und die To-do-Liste füllt sich mit neuen Aufgaben, sobald etwas abgehakt ist. Deshalb schwöre ich heute auf Mini-Interventionen, die kleinen, kurzen Unterbrüche im Arbeitsflow, die mich körperlich und seelisch im Gleichgewicht zu halten vermögen: Mikropausen! Wie ich sie entdeckte, was sie mir bedeuten und wie du sie ganz einfach auch nutzt, erfährst du in diesem Artikel.

K(l)eine Pausen bei Bildschirmarbeit

Ich muss nur noch schnell … (etwas fertigmachen)

«Bevor ich in die Pause kann, muss ich erst noch schnell etwas fertigmachen.» … und schwups ist es Mittag. «Bevor ich etwas trinke, mache ich nur noch dies und das kurz bis zu dem Punkt, wo es sich gut unterbrechen lässt.» … und hoppla, es ist Abend und ich merke, dass es mir an Flüssigkeit fehlt. Es gibt Tausend Gründe, die Pause zu verschieben oder zu übergehen. Mit schwerwiegenden Folgen, wie ich erfahren habe.

Vor ein paar Jahren war ich eine echte Erledigungsmaschine – ohne Rücksicht auf Verluste, wie ich heute finde. Hauptsache erledigt, fertig, done! Produktiv und aktiv sein ist für mich Lebensqualität und hat viel Gutes. Im Arbeitsflow, zum Beispiel im Schreibflow vor dem Bildschirm, gerate ich immer wieder in den Zustand des ungebremsten Tuns, das mich zwar flasht, mir aber auch schadet, wenn es masslos wird.

Früher kam mir vor dem Bildschirm meine Wahrnehmung für den Körper komplett abhanden. Es dauerte, bis ich die Botschaft von Beschwerden wie Gelenkschmerzen, Nackenstarre oder innerer Unruhe in einen Zusammenhang mit einem zu viel an Bildschirmarbeit brachte. Als ich mich auf meinen Atemweg machte, kamen die Aha-Erlebnisse:

  • Bildschirmarbeit blockiert meinen Atem: Das schadet mir!
  • Ich gerate in Zwangshaltungen, die auf die Dauer Schmerzen verursachen.
  • Subtile Selbstregulation wie z.B. Blinzeln geht vor dem Bildschirm verloren

Wenn der Bildschirm die Atmung stört, heisst das Bildschirm-Apnoe. Lies hier mehr darüber, wie du auch vor dem Screen im Atemfluss bleibst:

Grafik mit Notebook. Auf dem Bildschirm steht: Was ist Bildschirm-Apnoe?
Was ist Bildschirm-Apnoe? So bleibst du vor dem Screen im Atemfluss

Ohne Bildschirm ist das moderne Leben nicht möglich (und komplett aussteigen war kein Thema für mich). Als Teilzeitangestellte Übertragungsspezialistin für Blindenschrift benutze ich mehrere Tage in der Woche stundenlang einen Computerarbeitsplatz. Ein Alltag ohne Smartphone und Compi ist für mich als selbstständige Komplementärtherapeutin unvorstellbar.

Als bloggende Atemtherapeutin verbringe ich freiwillig viel Zeit vor dem Bildschirm, weil mir das Freude macht. Darunter will ich nicht leiden! Ich tüftle gerne, probiere Sachen aus und bin immer bereit, den Blick auf neu auszurichten: auf die Lösung (anstatt auf das Problem). Ich begriff: Die Bildschirmarbeit bleibt, was es braucht, sind Pausen.

Stör mich jetzt nicht in meinem Flow!

Was sind Pausen und was bewirken sie? Pausen sind Unterbrüche. So banal und trotzdem schwierig. Irgendetwas in mir sträubte sich ständig dagegen, das beobachte ich auch heute noch. Über meine Fehler beim Pausenmachen habe ich bereits vor Jahren gebloggt. Ich unterscheide zwei Arten von Pausen:

  • Die Pause von etwas: In einem Musikstück wechselt Klang mit Stille ab, beides zusammen wirkt auf die Zuhörenden.
  • Die Pause für etwas: Im Kino gibt es eine Pause vom Film – früher nötig, um die Filmrolle zu wechseln, damit der Film überhaupt weitergehen kann.

Dir fallen bestimmt viele Beispiele dazu ein. Ich bin gespannt darauf, nenne sie gerne im Kommentar unten. Warum mache ich diesen Unterschied? Ich finde, die Qualität und die Wirkung sind unterschiedlich, obwohl im Alltag die beiden Pausenarten oft zusammenfallen oder zusammengefasst werden.

Der wichtigste Aspekt der Pause ist: die Regeneration! Beispiele gibt es zuhauf aus der Natur, die eine Art Pausenformel vorgibt. Erholung, Wiederherstellung und Pflege eines Gleichgewichts, Schöpfen von neuer Kraft wie zum Beispiel nachts im Schlaf (eine grundlegend wichtige und oft unterschätzte Pause im Menschenleben).

Pausen sind umständlich und mühsam (weil sie mich vom Erledigen abhalten)

Ja, aber … ich habe jetzt keine Zeit, um eine Pause zu machen. Ich kann nicht weg von meinem Arbeitsplatz. Ich darf jetzt meine Arbeit nicht unterbrechen … Das ist so und bleibt so. Trotzdem sind Pausen möglich: Allein das Bewusstsein für deine Sinne, für deinen Körper bringen einen Moment des Unterbruchs, damit sich etwas regulieren kann. Daraus entfaltet sich oft ein Impuls, subtile Botschaften des Körpers, denen du trotz allen Einschränkungen ohne Probleme kurz nachgehen kannst: Blinzeln. Den Blick schweifen lassen. Deinem Atem lauschen.

Als mir das auffiel, kapierte ich: Pause geht immer! Im Atemgeschehen haben wir die Pause sogar schon mit drin! Sobald ich darauf achte, wie mein Ausatem ausströmt, bekomme ich die Chance, die Atempause zu erleben. Den Moment, wenn alle Luft ausgeströmt ist (ein wenig Restluft bleibt immer in der Lunge) und trotzdem der neue Einatem noch nicht kommt. Der Moment des Wartens, bis er dann von selbst (durch die Nase) kommt. Das sind Mikropausen. Die kurzen Unterbrüche eines Tuns, die regulierend wirken.

Ich bin eher schwer von Begriff, wenn es um meine Kraftquellen und Erholungsbedürfnisse geht. Es war ein langer Weg mit Training zur Selbstwahrnehmung, bis ich ein inneres Ohr für mein Wohlbefinden und meine Zufriedenheit fand. Bemerken, wenn ich eine Pause brauche und dann auch eine Pause zu machen, braucht immer wieder subtile oder heftige Anstupser von meinem Körper. Der Kopf checkt das nicht. Erst, wenn er weh tut, denkt er sich: Oh, da ist was krumm. Ja genau, zum Beispiel meine Sitzhaltung vor dem Bildschirm, eine Körperhaltung, die den natürlich gesunden Atem stört.

Kurze Pausen bringen nichts, ich will eine lange Pause (nachdem ich alles erledigt habe)

Bei Pause denke ich an weltbewegende Momente: Rundblick auf dem Gipfel nach einer anstrengenden Wanderung oder an ein geselliges Abendessen nach einem schweisstreibenden Zügeltag. Die wahre und echte Pause muss mindestens eine krasse Auszeit sein oder ein unverhofftes Mittagsschläfchen. Dabei übergehe ich die vielen kleinen, kurzen Momente im Alltag, in denen ich die Chance habe, mich einfach kurz auszuklinken: Bei der Zugfahrt, beim Warten an der Kasse, bis der Compi neu gestartet hat.

Das sind Mikropausen! Ein Check-in bei dir selbst, immer und überall möglich. Auch jetzt sofort: Probier’s gleich aus mit meinem Mikropausengenerator, der aus über einer halben Million Möglichkeiten einen Vorschlag ausgibt, wie du in diesem Moment eine kurze, kleine Pause gestalten kannst.

Mikropausen

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  • Erlebe dich ⏳ in einer Minute zwischendurch
    • als ganzer Mensch
    • immer wieder neu
    • mit allen Sinnen

    … damit es dir gut geht vor dem Bildschirm 👣

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Wenn du dem Raum gibst, sind die Pausenchancen zum Erleben im Alltag überall: Von der Atemruhe bis zum Winter bei den Jahreszeiten. Stelle dir solche kleinen Pausen immer wieder zur Verfügung: Den Moment erleben, wie und wo du dich befinde und beobachten, was dadurch passiert bei dir. Mit deinem Atembewusstsein, deiner Stimmung, mit dir als ganzem Mensch. Solche Pausen sind Pausen von etwas und geben Raum für das Geschehenlassen. In dem Sinne sind sie Pausen für etwas: Für deine Selbstregulation.

Jetzt bist du dran!

Wie schaffst du den Spagat zwischen Erledigen und Erholen im Alltag? Wo hast du mit mir mitgefühlt oder über mich den Kopf geschüttelt? Verrate uns deinen Geheimtipp, wie du alles erledigt kriegst und trotzdem genug Erholung bekommst – unten im Kommentar ist Platz für deine Meinung, deine Erfahrung.

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