Mini-Blogparade #8Sammeln

2016 bis 2026: Schulterklopfen für 10 Veränderungen in 10 Jahren

Schulterklopfen: Hand auf Schulter

Schulterklopfen vor dem Bildschirm: Ich schaue auf die letzten 10 Jahre und lote aus, wer ich war, wer ich heute bin und wie mir das passiert ist. Diese Schreibanregung stammt von Judith Peters und betrifft 2 Dinge:

Heute, am 8. März, ist Weltfrauentag und ich schaue auch besonders als Frau zurück auf meine Entwicklung in den 10 Jahren. Zudem läuft auf Social Media offenbar eine Challenge #10yearchallenge, bei der Menschen Fotos zeigen, die ihr Leben vor 10 Jahren illustrieren. Ich selbst habe bereits 5 Schritte weg von Social Media umgesetzt: In den letzten Jahren bin ich sowohl von Facebook, Instagram, TikTok, Pinterest als auch WhatsApp abgesprungen.

In diesem Rückblick schaue ich besonders zurück auf meine berufliche Entwicklung: Als Frau, als atmendes Wesen und als ganzer Mensch. Du erfährst, warum ich mir ein zweites Standbein aufgebaut habe, mich heute als bloggende Atemtherapeutin identifiziere und welche Vision daraus entstanden ist.

Alle 10 Veränderungen auf einen Blick

1. Ich war ein Nine-to-Five-Bildschirm-Zombie!

Seit meinem Studienabschluss 2003 arbeite ich bei der SBS Schweizerische Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte als Übertragungsspezialistin Blindenschrift. Mein absoluter Traumjob, dafür zu sorgen, dass Texte zugänglich gemacht werden und die Rechtschreibung auch im Dunkeln korrekt ist!

Leider auch: eingesperrt im Büro vor dem Bildschirm auf die Tastatur hauend, von morgens bis abends. Meine Gelenke begannen zu schmerzen. Ich hatte ständig schlechte Laune. Der Gedanke, das noch 25 Jahre meines Lebens weiterzumachen, nahm mir den Atem. Ich fühlte mich kaum als Mensch, mehr als Roboter, der ferngesteuert rumtippt. Heute nenne ich das Bildschirm-Zombie.

Als Frau im 21. Jahrhundert hatte ich das Privileg, mir neue Wege zu suchen für Gesundheit, Wohlbefinden und Zufriedenheit. Dabei hat mich insbesondere meine Mutter unterstützt, die aus einer Generation stammt, bei der die Wahlmöglichkeiten in der beruflichen Laufbahn weniger frei waren. Das bedeutet mir sehr viel. Meine Mutter ist leider 2020 gestorben. Ich vermisse sie jeden Tag. Besonders, wenn es um Entscheidungen auf dem Lebensweg geht, die Mut brauchen und einen wohlwollenden Blick auf das Scheitern unterwegs.

2016 startete ich mit meiner Ausbildung zur Atemtherapeutin nach Middendorf am Ateminstitut Schweiz in Bern ↗️. Ich setzte meinen Fuss auf einen Weg, nach dem ich lange Zeit gesucht hatte. Alles begann mit einer langen Wanderung in Südfrankreich.

➡️ Sentier Cathare 2014 und mein allererster Blog
➡️ 3 × 3 der Dekade 2013-2023: Businessrückblick, fachliche Entwicklung und mein persönlicher Weg
➡️ Susanne Wagner (Über-mich-Seite: Vom Atemstau zum Atemfluss)

2. Ich habe 2016 meine Gesundheit selbst in die Hand genommen

Vor 10 Jahren waren meine Daumengelenke vom Spezialisten als nicht mehr belastbar eingestuft worden. Waldhorn spielen? Zu schwer für die Hand. Ein Ganglion am rechten Handgelenk zeigte mir, wie überlastet und gestresst mein Gelenk war. Sichtbar und spürbar.

Botschaften von meinem Körper, dass sich in meinem Leben etwas ändern solle. Lange hatte ich nicht zugehört. Also brauchte es eine Verdeutlichung durch Schmerz und Leidensdruck. Heute sind meine Gelenke wieder mit mir zufrieden. Wir haben uns geeinigt und kommen gut miteinander aus. 😉

Meine Hände sind heute mehr als Arbeitsgeräte: Mein Körper kommuniziert ungezwungener mit mir, seitdem ich nicht mehr nur auf Hilfeschreie reagiere, sondern auch im Alltag feinste Regungen ernst nehme.

Heute bin ich Atemtherapeutin und meine Hände meine wichtigsten Mitarbeiterinnen für die Arbeit mit Berührung, Druck, Dehnung und vorgezeigter Anleitung. Meine Hände sind lebendig, ihre Höhlen «gspürig» [spürfähig] und ein Zugang zu Möglichkeitsräumen in der Begleitung von Entwicklungs- und Genesungsprozessen.

Die Methode, in der ich ausgebildet bin, stammt aus Frauenhänden:

Ilse Middendorf, die als Begründerin von Der Erfahrbare Atem den Grundstein gelegt hat.

Ursula Schwendimann, die als Pionierin die Atemtherapie nach Middendorf in den 80ern in die Schweiz brachte und Hunderte Therapeut:innen ausgebildet hat.

Agathe Löliger Ursenbacher, die Gründerin und Leiterin von Ateminstitut Schweiz, die mich ab 2016 ausbildete und zum Branchenzertifikat Komplementärtherapie führte.

Atemtherapeutin ist und bleibt vorläufig ein Frauenberuf. Viele viele Frauenhände, die am Weltfrauentag gefeiert werden dürfen!


🔗 Ateminstitut Schweiz agathe loeliger gmbh ↗️

📖 Middendorf, Ilse (2007): Der Erfahrbare Atem. Eine Atemlehre. Paderborn: Junfermann.

📖 Schwendimann, Ursula (2018): Bärenstarke Atemfibel. Handbuch mit Körperübungen für den Alltag. Männedorf: Atemschule Ursula Schwendimann.

3. Heute kenne ich den Wert meiner Wahrnehmung

Vor 10 Jahren war ich noch sehr in meinen früheren Ansichten eingezwängt:

  • was ich wahrnehme, ist schräg
  • was ich wahrnehme, darf ich nicht teilen
  • was ich wahrnehme, versteht sowieso niemand
  • was ich wahrnehme, bilde ich mir nur ein
  • was ich wahrnehme, ist nicht wichtig

Mit dem Start der Atemausbildung lernte ich die Welt der Empfindungen über den Körper als verlässliches Werkzeug kennen, um mich immer wieder zu regulieren. Bereits als Kind hatte ich unter Reizüberflutung gelitten, damals und weiterhin suchte und fand ich den Fehler bei mir:

  • Ich kann das nicht gut genug.
  • Ich habe keinen Filter.
  • Ich bin zu wenig fähig, mich abzugrenzen.
  • Ich bin nicht genügend belastbar.
  • Für die anderen ist das ja auch kein Problem, also soll ich das auch aushalten können …

Anstatt meiner eigenen Wahrnehmung zu glauben, orientierte ich mich an den Aussagen der anderen: Das ist ja nicht so schlimm/laut/unangenehm … Dabei überging ich mein wahres Wesen, fiel aus dem Kontakt zu mir selbst und bezahlte den Preis der Anpassung.

Heute weiss ich: Ich darf meiner Wahrnehmung vertrauen! Mehr als das: meine Wahrnehmung in all ihren Facetten ist meine Stärke, die mich leitet, um Menschen als Komplementärtherapeutin in ihren Entwicklungs- und Genesungsprozessen zu begleiten.

Meine Wahrnehmung ist meine Stärke, wenn ich unterrichte und Gruppen leite. Meine Wahrnehmung ist mein verlässliches Werkzeug, wenn ich Prozesse facilitiere und als Supervisorin begleite. Meine Wahrnehmung zählt. Genaus so wie deine eigene!

Die Wahrnehmung über den Körper, die Körperempfindung, ist ein Zugangstor zum Bewusstsein. Die Atemtherapie nach Middendorf lehrt das unvoreingenommene Wahrnehmen von Empfindung und grenzt sich damit explizit vom Fühlen (von Gefühlen) ab.

Die vier Bewusstseinsfunktionen nach C. G. Jung ↗️ sind DENKEN, INTUIEREN, EMPFINDEN und FÜHLEN. Das Empfinden und das Intuieren wertet nicht, es geht um die Wahrnehmung von Qualitäten. Das Denken und Fühlen hingegen sind rationale/wertende Funktionen, wie Informationen ins Bewusstsein gelangen.

Dieses Erleben fällt normalerweise zusammen. Indem wir die beiden Funktionen differenzieren und die Zeit zwischen Reiz und Reaktion ausdehnen, entsteht Klarheit und Orientierung über den Körper:

Hinter jeder Empfindung steckt ein Gefühl. Diese Erfahrung vermittle ich. Diese Erfahrung bringt Bewusstsein über Körperwahrnehmung, Atemgeschehen und eigene Stimmungen. Frauen werden oft als emotional pauschalisiert und ihre Wahrnehmungen als «weiblich» abgetan.

Ich bin überzeugt davon: Frauen haben besonders feine Antennen für die Bedürfnisse von andern (entwickelt und entwickeln müssen). Ich rufe euch da draussen dazu auf, wenn ihr das kennt:

Diese Wahrnehmung ist wichtig. Bleibt trotzdem im Kontakt mit euch selbst und dem, was bei euch gerade ist. Lasst euch von Denkern nicht eure Körperempfindungen wegurteilen. Lasst euch nicht in die Emotionalitäts-Schublade werfen: Wir sind so viel mehr als unsere Gefühle!

➡️ Meine Wahrnehmung ist richtig!?
➡️ Das Mikropausen-Dao: Wie Körperwahrnehmung den Kontakt zu dir stärkt
➡️ Kontakt zu dir in 3 Schritten via Handmitte

📖 Jacobi, Jolande (2012): Die Psychologie von C. G. Jung: Eine Einführung in das Gesamtwerk. Ostfildern: Patmos Verlag.

4. Ich habe ein Spagat-Business!

2016 war ich eine leidende Büroangestellte ohne Perspektive. Ich steckte fest und mit beiden Beinen im inneren Sumpf der Unentschlossenheit. Mit dem Start der Atemausbildung begann mein inneres Wesen, sich zu äussern.

Heute habe ich zwei lebendige Standbeine (und die Spagat-Herausforderung), die sich ergänzen und mich erfüllen. Mit den Jahren hat sich das Gewicht immer wieder verlagert: Mal war der Schwerpunkt mehr beim 2. Standbein, dann eher wieder auf dem 1. und gewohnten.

Ich glaube, der Spagat ist der meist gelebte Zustand für Frauen: Multitasking, viele Rollen, viele Verantwortlichkeiten und bis zum mental Overload: Am Rande von Erschöpfung und Funktionieren bewegt sich das Leben vieler Frauen.

Auf die innere Stimme zu hören ist so gefährlich, dass sie vollständig zum Schweigen gebracht wurde. Was würde sie sagen? Was würde es bedeuten, einfach einmal zuzuhören?

Vielleicht wagt deine innere Stimme, eine Pause zu fordern. Eine Pause von all den Forderungen, die das Leben und das Umfeld und nicht zuletzt frau selbst an sich stellt. Jeder Spagat erfordert ausserordentliche Beweglichkeit, sonst schmerzt es nicht nur, es reisst oder bricht auseinander.

Liebe Frauen da draussen, die Überforderung kennen und diesen Zustand als «normal» leben: Dauerüberforderung ist eine Gefahr für Gesundheit, Zufriedenheit und Wohlbefinden. Das ist keine Drohung, sondern eine Einladung für ein Schulterklopfen bei sich selbst.

Welche Last mutest du deinen Schultern ständig zu? Was sitzt dir unaufhörlich im Nacken? Worüber zerbrichst du dir immer wieder den Kopf? Was oder wer könnte dir Rückendeckung geben? Wann atmest du auf?

Als Atemtherapeutin beschäftige ich mich genau mit diesen Themen: Frag dich heute einfach mal: Wie geht es mir gerade? Du darfst die Antwort hören, ohne gleich handeln zu müssen.

Wenn du jetzt gerne etwas tun willst, das keine Minute dauert, starte hier auf dem Atemblog mit einer Mikropause. Wenn es ein tiefer gehendes Thema in deinem Leben anspricht, finde eine Atemtherapeutin in deiner Nähe und lass dich begleiten.

➡️ Zufalls-Mikropause abrufen: Dauert keine Minute und bringt dich in raus aus dem Kopf

🔗 Atemfachverband Schweiz AFS (2025): Atemtherapeut:in finden. Online verfügbar unter https://www.atem-schweiz.ch/atemtherapeutin-finden/ [Stand 8.3.2026].

5. Ich habe die bloggende Atemtherapeutin in mir entdeckt

2016 startete ich mit eigenen Webseitenprojekten und forderte mich selbst zu einer 365-Tage-Challenge heraus: Ein Jahr lang jeden Tag etwas auf meinem Blog veröffentlichen, einen Text, ein Bild.

Damals bloggte ich noch recht allein vor mich hin. Niemand stolperte über meine Inhalte im Internet. Niemand las, was ich schrieb. Das spielte keine Rolle für mich. Ich war in meinem Abenteuer und entdeckte die virtuelle Welt mit ihren Möglichkeiten. Ich probierte WordPress aus, statt alles von Grund auf selbst zu basteln.

Ja, ich gestehe, ich bin im Herzen einfach eine Bastlerin. Ich will ausprobieren, mich ärgern, wenn es nicht wie geplant geht und mich freuen, wenn dabei dann noch viel mehr herauskommt, als ich mir hätte träumen lassen.

Das Schreiben hat mir schon immer sehr viel bedeutet. Einen Stift in der Hand halten und auf Papier das Kratzen der werdenden Klarheit in meinem Kopf entstehen sehen; meine Gedanken über die Fingerkuppen in die Tastatur fliessen lassen, so wie gerade jetzt. Das ist mein Glück.

So sind auf dem Atemblog Hunderte von Artikeln entstanden in den letzten Jahren. Heute nenne ich mich «bloggende Atemtherapeutin» und es ist mein Glück, zwei Leidenschaften so verbinden zu können.

Ich bin keine, die viel sagt in grossen Gruppen. Doch hier, auf dem Atemblog erhebe ich meine Stimme immer wieder. Es freut mich, wie viele Menschen ich erreiche, was meine Anregungen und Anleitungen bewirken und wie ich so meine Herzensmission ausübe: Menschen in neue Erfahrungen locken.

Neue Gedanken, neue Körperempfindungen, differenzierte Wahrnehmung, weitere Perspektiven, das Dritte, das sich plötzlich zwischen Polaritäten zeigt, die Zwischenräume im Sein, die oft unbeachtet bleiben. Die Wichtigkeit des Nichtwissens oder die Frage, was mensch für eine Nudel wäre. Darum blogge ich und das macht mich als Atemtherapeutin aus.

Ich wünsche besonders heute, am Weltfrauentag, uns allen immer wieder den Mut, die eigene Stimme zu erheben und die eigene Herzensbotschaft in die Welt hinauszubringen. Es geht nicht darum, laut zu sein. Für mich bedeutet es, dass jedes atmende Wesen seine Stimme so in den Ausdruck bringt, wie es individuell sicher und eben «stimmig» ist.

Fang heute damit an, an diesem Tag, der weltumspannend den Frauen gedenkt: Sag etwas, das du ungesagt lassen wolltest. Bring es in den Ausdruck. Genau so, wie es für dich passt. Mit deiner Stimme. Mit einer Zeichnung. Mit einer Bewegung. Mit einem Geräusch. Mit einer Berührung. Mit einer Körperwahrnehmung oder einem Gefühl.

Lasse dich von deinem Ausatem tragen, wenn du deine Botschaft formulierst.

➡️ Schreiben: 10 Momente des Glücks [#warum­ichschreibe]  
➡️ Mikropausen: Dieses Sachbuch möchte ich schreiben [Blogparade #MeinSachbuch2024]
➡️ Atemblog-Rückblick 2025: Mein Schreibgeheimnis und was ein langer Atem beim Bloggen bringt

Meinen Werdegang als bloggende Atemtherapeutin verdanke meinem langen Atem in Schreibfreude (also mir selbst!) und besonders 2 Frauen:

Judith Peters ↗️ mit ihrer The Content Society inkl. allen Mitgliedern sowie den wöchentlichen Schreibvorschlägen, wo ich zur Powerbloggerin wurde, die ich im Herzen bereits war

Janneke Duijnmaijer ↗️ mit ihrer Blogothek, wo ich meine erste Schreib-Community in meinen Anfängen als Bloggerin fand

6. Mein Atem wird mein Lebensjoker

2016 war Atmen, so es mir bewusst wurde, eine Leistungsarbeit: Auf einen Berg steigen, ein Blasinstrument spielen, auf den Bus rennen – ja, dann muss ich halt mehr atmen und besser mit der Luft haushalten, damit ich ankomme.

Eine tiefe Sehnsucht führte mich zu den Erfahrungen im zugelassen Atem. Ich muss nicht. Es geschieht mir. Geschehen darf es mir so, wie es gerade ist. Jetzt. Bei mir. Jenseits von richtig und falsch, jenseits von Leistung.

Heute bin ich dadurch viel «leistungsfähiger» geworden (welche Ironie). Hatte ich 2016 noch Seitenstechen oder Muskelkater, steige ich heute locker auf Berge und freue mich an der Bewegung, anstatt mich stressen zu lassen.

Der Ausdruck «ein langer Atem» hat heute für mich eine ganz andere Bedeutung als vor 10 Jahren. Heute habe ich erfahren: Es geht nicht um Leistung. Es geht nicht ums richtig oder besser machen. Es geht um mich und mein ureigenes Wesen.

Mein Atem ist mein Lebensjoker: Egal, was geschieht, mit ihm bin ich verbunden und verbündet. Solange ich atme, lerne ich. Solange ich atme, lebe ich. Solange ich atme, bin ich ein Mensch im Erfahren mit allen Sinnen.

Auch du. Niemand atmet genau so wie du. Dein Atem ist wie dein Fingerabdruck: einzigartig. Dein Atemgeschehen spiegelt dein Hier und Jetzt, zeigt dein ureigenes Wesen, mit dem du immer wieder in Kontakt kommen darfst. Wie bist du, wenn du mit dir bist?

Liebe Frau, die das liest. Worauf kannst du dich jederzeit verlassen? Wer unterstützt dich? Was gibt dir Kraft und richtet dich immer wieder auf? Worin findest du eine Quelle der Ruhe, Gelassenheit und Heiterkeit?

➡️ Was ist besser, wenn du leistungsfähig und gesund leben willst: Mundatmung oder Nasenatmung?
➡️ Zwerchfell: Hauptatemmuskel, Atembewegung und paradoxe Atmung inkl. Bastel-Anleitung bewegliches Zwerchfell-Modell
➡️ Egal wie das Leben spielt, hier ist deine ultimative Jokerkarte: Der wesengemässe Atem 🃏 dein Atemsinn

📖 Nestor, James (2021): Breath. Atem. Neues Wissen über die vergessene Kunst des Atmens.  9. Aufl.  München: Piper.

7. Die Zufalls-Mikropause: Wer hat’s erfunden?

Mit dem Start der Atemausbildung vor 10 Jahren lernte ich die Atemphasen kennen:

Einatem.

Ausatem.

Atempause.

Was? Neben Einatem und Ausatem gibt es noch mehr? Ja. In Ruhe ist nach dem Ausströmen der Ausatemluft der Moment, in dem sich eine Pause zeigt. Diese Phase ist wichtig für Regeneration im Körper und hängt eng mit dem Teil des Nervensystems zusammen, der für Erholung sorgt.

Diese kleine Pause am Ende des Ausatems erschien mir wie ein neuer Kosmos: Was ich darin alles erlebe, wahrnehme, wie es mich mit mir verbindet im Sein. Wahnsinn!

Im Verlauf der Ausbildung kam auch das Thema praktische Arbeit mit Menschen aufs Tapet: Wie erreiche ich diese Menschen? Welche Botschaft habe ich für sie? Mit wem möchte ich zusammenarbeiten?

Eines Abends sass ich am Bildschirm und überlegte mir, was ich über meine «Zielmenschen» wusste oder überhaupt wissen konnte.

Nichts.

Nichts?

Wer auch immer meine Texte lesen würde: Der oder die war am Bildschirm. Bildschirme sind Atemräuber. Wer auch immer auf der anderen Seite des virtuellen Raums war: Dieser Mensch war gerade in Not. In Atemnot – und erst noch unwissentlich.

Der erste Schritt für mehr Atembewusstsein geht über die Körperemfindung. Ein freies, zugelassenes Aufatmen wird möglich, indem die Aufmerksamkeit in die Körperempfindung fliesst. Für einen Moment.

Und nachspüren, damit die neu erlebten Eindrücke auch im Bewusstsein ankommen.

Das ist alles.

So entstand der Mikropausen-Zufallsgenerator. Über eine halbe Million Anregungen für deine kleine Pause, die keine Minute dauert. Ab 2021 aufgeschaltet. ➡️ Starte jetzt mit einer Mikropause und lasse Aufatmen geschehen.

Wann machen Frauen Pausen? Echte Pausen! Pausen, in denen du nicht noch schnell etwas erledigst. Eine Pause, in der du nicht noch mental deinen nächsten Familieneinkauf planst. Pausen, in denen deine Gedanken schweifen und du im Hier und Jetzt ankommst, im Ruhemodus, zum Erholen und Verdauen.

An dieser Stelle: liebe vielbeschäftigte Frau da draussen – eine Minute liegt doch drin? Eine Minute ist vielleicht länger, als du denkst. Bringt vielleicht mehr, als du im Voraus denkst. Probier es aus und schick den Kopf in die Pause. Deine Wahrnehmung als ganzer Mensch zählt.

➡️ 5 Gründe, warum ich dir vor dem Bildschirm jetzt eine Zufalls-Mikropause empfehle
➡️ Was ist Bildschirm-Apnoe und wie bleibst du vor dem Screen im Atemfluss?
➡️ 27 Anzeichen für Atemstau – und wie du dich bei Atemproblemen selbst wieder in Fluss bringst

8. #8Sammeln bringt Menschen ins Innehalten und Wahrnehmen

Vor 10 Jahren erlebte ich mich oft als Roboter. Ich funktionierte. Wo war mein Menschsein geblieben? Ich entdeckte das Innehalten mit den Mikropausen. Ich übte dank meiner Atemausbildung im Erfahren des zugelassenen Atems.

Es waren zwei getrennte Welten. Eine Atemwelt und der gewohnte Alltag. Eine Roboter-Susanne und ein atmendes Wesen. Ich fragte mich, wie ich mir Zeit und Gelegenheit geben konnte, diese beiden Welten ein Stück zusammenzubringen.

Die zündende Idee kam (natürlich) in den Ferien in den Bergen. Auf einer Wanderung. An der frischen Luft. Meine Gedanken schweiften und plötzlich war es da, das Achtsammeln.

Das Innehalten, das die Aufmerksamkeit ins Hier und Jetzt schicken sollte, über alle Sinne und die Neugier für die Erfahrung im Moment. Das Unterbrechen von alltäglichem, um immer wieder neu zu entdecken, was sich gerade zeigt.

Achtsammeln musste natürlich am 8. des Monats stattfinden. Und es brauchte 8 gesammelte Momente. So entstand meine monatliche Mini-Blogparade für alle, die mehr vom Leben haben wollen mit allen Sinnen.

Heute ist das #8Sammeln nicht nur für mich ein Ritual geworden im Monatsverlauf. Viele Momente sind über die Jahre auf den Blogs der Teilnehmenden gesammelt, dokumentiert und gegenseitig wertgeschätzt geworden.

Das Staunen darüber, wie das Mitlesen schon ein Lächeln ins eigene Gesicht zauber, wie dankbare Wärme über die Fülle des Lebens entsteht und welch unscheinbare Begebenheit so berührend ist, sobald sie echte Beachtung findet – das und viel mehr haben wir gemeinsam erlebt.

Ich freue mich jeden Monat über die 8#Sammeln-Beiträge, manche von «alten Hasen», manche von Ausprobierer:innen. Möchtest du auch einmal durch den Tag gehen mit allen Sinnen und im Innehalten teilen, was du erlebst?

Verfasse einen Artikel auf deinem Blog oder notiere deine Erlebnisse im Kommentar des aktuellen Monats-Beitrag. Ich freue mich darauf, zu erfahren, wie DU die Welt erlebst!

➡️ Das allererste Achtsammeln am 8. August 2023
➡️ #8sammeln am 8. März 2026: Autsch! Was bin ich doch für ein Bildschirm-Zombie
➡️ Mehr vom Leben haben: Anleitung zum #8sammeln [Monatliche Mini-Blogparade]

9. Ich etabliere mich als Chasmologin und Gähnfluencerin

2016 gähnte ich mich durch die Anfänge meiner Atemausbildung und freute mich darüber, endlich mal den Kiefer öffnen zu dürfen. 🥱

Ja, gähnst du jetzt auch gerade? Gähnen ist ja bekanntlich hoch ansteckend und nur schon das Lesen oder Denken kann es auslösen. So bin ich Gähnfluencerin geworden. 😉 Für meinen Ausbildungsabschluss habe ich mehrere Hundert Menschen zu ihrem persönlichen Erleben von Gähnen befragt und riesen Spass gehabt dabei.

➡️ Was ist Chasmologie und welche 7 Gähn­forscher musst du kennen?

Gähnen interessierte mich. Ich wollte selbst Gähnforscherin sein. Nicht nur in der Eigenerfahrung, sondern mit Recherche zu diesem stiefmütterlich erforschten Thema. 2018 startete ich meinen Businessblog und die ersten Artikel, die online gingen, handelten vom Gähnen.

➡️ Gähnen gegen Ärger

Bei meinem allerersten Artikel testete ich die Kommentarfunktion … erfolgreich! Die ersten Kommentare auf dem Atemblog brachte mir da Gähnen später ein. Heute sind es über 500.

So viele Male hat sich jemand die Mühe gemacht, eine Erfahrung zu teilen, eine Frage zu stellen oder eine Aussage zu kommentieren. Das erfüllt mich mit Freude und Dankbarkeit!

Als Jugendliche träumte ich davon, später einmal ein Begegnungszentrum zu leiten. Hier auf dem Atemblog ist genau das entstanden:

Der Atemblog ist ein Ort, an dem sich Menschen begegnen und sich austauschen. Gleichzeitig ist der Atemblog ein Ort, an dem du dir selbst begegnest, indem du deine Sinne aktivierst, deiner Wahrnehmung (wieder) traust und dich für neue Körper- und Atemerfahrungen öffnest.

Ein einziges Gähnen reicht dafür aus.

Liebe Frau, die das liest: Wann hast du zum letzten Mal gegähnt? Wie hast du das erlebt? Teile gerne unten im Kommentar ⤵️, was dir das Gähnen bedeutet oder warum du es meidest. Wann sucht es dich heim?

➡️ Alle Artikel zum Gähnen

📖 Provine, Robert (2014): Ein seltsames Wesen. Warum wir gähnen, rülpsen, niesen und andere komische Dinge tun. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.

📖 Wagner, Susanne (2021): Glossar zum Gähnen – Diese 16 Begriffe jetzt verstehen. [Stand 1.11.2025]

📖 Wagner, Susanne (2019): Von der gähnenden Leere zum lehrenden Gähnen: Förderung der Selbstwahrnehmung und Stärkung der Selbstregulation. Gähnen als komplementärtherapeutisches Arbeitsinstrument. Präsentation und Diskussion ausgewählter Resultate aus der online-Umfrage zum persönlichen Erleben von Gähnen. Abschlussarbeit Ateminstitut Schweiz, Bern.

10. Ich erlaube mir, das Leben zu träumen und Träume zu leben

Im Verlauf der Atemausbildung wurde es nötig, einen eigenen Praxisraum zu haben, damit ich für das Praktikumsmodul mit Klient:innen arbeiten konnte. Nach einer Zwischenlösung mietete ich mich tageweise bei den Therapieräumen des Institut für Prozessarbeit in Zürich ein.

Dort erfuhr ich mehr über die Prozessorientierte Psychologie nach Arnold Mindell und begann damit zu liebäugeln, da tiefer einzutauchen.

Ebenfalls durch die Atemtherapie hatte ich Arnold Mindells Bücher kennen und schätzen gelernt. Über das Träumen als Pendant zu den Botschaften von Körpersymptomen. Das interessierte mich und ich sammelte persönliche Erfahrungen.

Nachdem ich meinen Bildungs- und Erfahrungsweg zur Atemtherapeutin und zur Komplementärtherapeutin mit eidg. Diplom weitergegangen war, bot sich die Gelegenheit, die Prozessarbeit zu studieren.

2023 startete ich mit dem Basislehrgang in Prozessarbeit, heute bin ich im Endspurt zum Abschluss als Prozessorientierte Supervisorin (September 2026). Meine Arbeit mit Übungsklientinnen erfüllt mich mit Freude und macht mich immer wieder neugierig auf Prozesse und wie ich sie begleiten kann.

Das Träumen betrifft nicht bloss die Nacht und geschieht nicht nur im Schlaf. Auch sonst im Leben geschehen Momente, die einem Träumen ähneln. Wie erlebst du das?

➡️ Supervision: Bewusstsein für deine berufliche Kompetenz

📖 Mindell, Arnold (1995): Der Leib und die Träume. Prozeßorientierte Psychologie in der Praxis. 5. Aufl. Paderborn: Junfermann.

 

Fazit: 10 Jahre Veränderung – Warum Schulterklopfen?

Ich bin stolz darauf, ein 2. Standbein als Atemtherapeutin aufgebaut zu haben und überhaupt mich in diese Abenteuer Mensch-Sein gestürzt habe. Es wäre viel einfacher gewesen, Roboter zu bleiben und als Bildschirm-Zombie weiterzumachen.

Andererseits hätte das bedeutet, weiterhin Schmerzen zu haben und wohl viele weitere Beschwerden, die dazugekommen wären, erleben zu müssen.

Heute habe ich oft Momente, in denen ich einfach grundlos glücklich bin. Grundlos zufrieden. Grundlos mich wohl fühle. Hatte ich das früher nicht? Wahrscheinlich schon. Aber heute nehme ich diese Momente bewusster wahr und bin dankbar dafür.

Ich achte aufmerksamer auf Körperempfindungen, die sich zeigen, besonders vor dem Bildschirm oder unter Druck im Alltag. Ein Schulterklopfen ist mehr als das «Ich bin stolz auf XY» oder «Das habe ich gut gemacht!» geworden.

Das Schulterklopfen bringt meine Körperwände in Empfindung und zeigt mir auf, wo sich etwas lösen darf. Ich erlebe, wie mein Atem gerade fliesst oder was ihn daran hindert und was das mit meiner Stimmung macht. Dafür bin ich dankbar, jederzeit und vor allem im Alltag.

Meine Hände sind im Kontakt mit meinem Leib und ich erlebe mich als atmendes Wesen im Moment. Was sich zeigt, darf sein. Jetzt. Hier. Bei mir als ganzer Mensch. Was sich (noch) verbirgt, darf sein. Im Atem ist alles. Das gibt mir Ruhe und Freude.

Darüber zu bloggen macht es für mich noch klarer. Liebe Frau, die das liest. Wie geht es dir jetzt? Hier habe ich für dich noch den «Atemschlüssel» zu Der Erfahrbare Atem.

Wir lassen unseren
Atem kommen,
wir lassen ihn gehen
und warten, bis er von
selbst wiederkommt.

Ilse Middendorf

Der Einatem strömt gern durch die Nase ein, der Ausatem gestaltet sein Gehen vielleicht auch über die leicht geöffneten Lippen und mit der eingangs erwähnten Pause. Was zeigt sich dir im Warten?

Schulterklopfen: Anleitung

  1. Richte dich gut ein im Sitzen oder Stehen und platziere deine Fusssohlen im Kontakt zum Boden. ➡️ Einstieg in eine Atemübung: So gelingt dir eine achtsame Erfahrung
  2. Lass den Atem kommen und gehen, wie er gerade will.
  3. Klopfe, streiche oder knete mit einer Hand die andere Schulter in deinem Mass, Tempo und Rhythmus. Spüre nach und beobachte deine Körperempfindung.
  4. Wechsle die Seite und spüre anschliessend von Fuss bis Kopf nach. ➡️ Nachspüren als Teil der Atemübung: So kommt das Erfahrene im Bewusstsein an

➡️ Weitere Anleitungen


Die Vision

Letztes Jahr habe ich Ja gesagt zu einer grossen Lebensveränderung und auch darüber gebloggt. ➡️ Ich habe JA gesagt – und folge dem roten Faden meines Lebens zu meiner Vision

Vor 10 Jahren startete ich in meine eigene Ausbildung als Atemtherapeutin. In dieser Dekade ist bewegendes geschehen und ich mache mich bereit für den nächsten grossen Schritt.

In den letzten Jahren habe ich berufliche Meilensteine erreicht, fachliche Erfahrungen gesammelt, Prüfungen bestanden, Qualifikationen in Erwachsenenbildung und Supervision erarbeitet. Seit mehreren Jahren unterrichte ich.

In Zukunft werde ich mich in der Ausbildung noch intensiver einbringen am Ateminstitut Schweiz in Bern interessierte Menschen ausbilden, die einen Berufswunsch und eine Berufung verspüren für Komplementärtherapie und Der Erfahrbare Atem.

Mehr erfahren: Ausbildung in Atemtherapie nach Middendorf mit Abschluss Branchenzertifikat OdA KT ↗️

Jetzt bist du dran!

Wer bist du heute und wer warst du vor 10 Jahren? Was hat sich bei dir verändert und was macht dich stolz dabei? Hinterlasse mir gerne im Kommentar ⤵️ ein Erlebnis oder eine Erfahrung dazu. Ich bin gespannt auf deine Arte und Weise, die Welt wahrzunehmen.

Atemtherapie | Mikropausen | Supervision •

Wecke jetzt deinen Atemsinn mit einer Zufallsmikropause 🥱

Atemfluss
statt
Atemstau

Schüttle «sch» tönend deine Flanken 👀 und blinzle dazu.

Mikropause 318’060 von 531’441.

Mikropause des Tages am 08.03.2026

 

Erlebe dich ⏳ in einer Minute zwischendurch

  • als ganzer Mensch
  • im Kontakt zu dir
  • mit allen Sinnen

… damit es dir gut geht vor dem Bildschirm 👣

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Wenn du bis jetzt noch nicht gegähnt hast, lies hier weiter: